Donnerstag, 20. Mai 2010

Tag 1: Das Buch, das ich zur Zeit lese.



Die Vermessung der Welt von Daniel Kehlmann.

Man darf mich meinetwegen oberflächlich nennen, aber Romane mit historischen Themen sind nicht gerade meine Tasse Tee. Auch nicht, wenn sie wie Die Vermessung der Welt globale Erfolg zu verzeichnen haben. Deshalb schlug ich das Werk in der Buchhandlung nur so nebenbei auf. Weil mir das Cover ausnahmsweise mal gefiel (gut gemacht, Rowohlt). Ja, Schande über mein Haupt. Von mir aus.

Ich las die erste Seite, Kehlmanns Schreibstil packte mich, ich kaufte das Ding. Gegenstand des Buches ist die fiktive Biografie des Mathematikers Carl Friedrich Gauß und des Naturforsches Alexander von Humboldt. Kehlmann verflicht die Lebensläufe der beiden Ausnahmewissenschaftler zu einer amüsanten, ironisch erzählten Mischung aus Fiktion und Fakt.

Besonders gut passt dazu, dass fast alle Dialoge in indirekter Rede gehalten sind. Das finde ich eine sehr elegante Lösung; sie unterstreicht formal die Distanz des Erzählers zu seinen Protagonisten.

Derzeit befinde ich mich im letzten Drittel des Buchs und muss gestehen: es gefällt mir richtig gut. Das Thema ist kurzweilig und amüsant verpackt, die Langeweile darf draußen bleiben, und ich denke darüber nach, mich von einem weiteren Vorurteil zu trennen.

Kommentare:

rebhuhn hat gesagt…

mir hat es auch sehr gut gefallen! :) abgesehen davon kann ich aus der historischen ecke noch tanja kinkel empfehlen, die schreibt auch ziemlich gut.

christian hat gesagt…

Hallo, ich bin über Dr. Borstels 31 Bücher-Projekt hier gelandet und werde jetzt auch deine Auswahl mitverfolgen, ob du willst oder nicht ;)

Das Buch habe ich mal als Geschenk gekauft – seitdem habe ich mir immer vorgenommen, es mal von der betreffenden Person auszuleihen. Hat aber bisher noch nicht geklappt, irgendwie kam immer noch ein anderes Buch dazwischen. Es steht aber auf der Yet-to-read-Liste ziemlich weit oben!

elbenno hat gesagt…

Endlich hier mal ein Buch, das ich auch gelesen habe. Und ich fand es ebenfalls amüsant und kurzweilig. Habe es letztes Jahr gelesen, aber irgendwie ist nicht viel hängengeblieben. Plätscher, plätscher. Ich würde sagen, überschätzt! ;o)

lizzz hat gesagt…

Ich hab es jetzt erst (!!!) fertig gelesen. Und musste mich wirklich zusammenreißen, um es nicht irgendwo einfach liegen zu lassen. Die Sprache fand ich zwar grandios, und es steckt ein wirklich feiner Humor in dem Buch.

Aber inhaltlich hat es mich so ü-ber-haupt nicht gepackt. Spannung habe ich sehr vermisst. Und offenbar brauche ich diese nun mal, man mag mir diese Schwäche verzeihen.

elbenno hat gesagt…

Beerholms Vorstellung habe ich ebenfalls von Kehlmann gelesen. Fand ich besser, hatte zumindest so etwas wie einen Handlungsbogen.