Mittwoch, 27. Januar 2010

Magazine: V.

Manchmal will man lieber gucken als lesen, oder lieber kurze Artikel als lange Romane konsumieren. In diesen Fällen suche ich einen gut sortierten Kiosk auf und erwerbe einen Block Wegwerfpapier (denn genau das tue ich mit gelesenen Heften).

Die aktuelle Ausgabe des V Magazines jedoch verdient nicht die Mülltonne, sondern einen Ehrenplatz auf dem coffeetable seines Betrachters. Ohnehin ein sehr überzeugendes Fashion Magazin, widmet V die SIZE ISSUE der Vielfalt, will heißen: den unterschiedlichen Daseinsformen des weiblichen Körpers. In den letzten Monaten wurde das (Unter-)gewicht professioneller Models in diversen Medien immer wieder kontrovers diskutiert. Und die deutsche Frauenzeitschrift "Brigitte" startete Anfang des Jahres gar ihre Ohne-Models-Aktion, bestückt also ihre Fotostrecken mit Laienmodellen.

Das V Magazine setzt das Thema "Dicke Models" allerdings am besten von allen um, was den Anspruch betrifft (Brigitte ist ja nun kein Modemagazin). In der SIZE ISSUE finden großartige Frauen, tolle Fotografen und hochklassige Mode zusammen. Mich hat das Ergebnis nachhaltig begeistert. Und Euch?

Hier ein kleiner Einblick. Mehr Bilder auf der V Website.



 
 
 


Kommentare:

Anoi hat gesagt…

Kann ich nur zustimmen. Wirklich sehr schöne Bilder.
Tolle Frauen, toll inszeniert. So muss das sein.

Anonym hat gesagt…

Man macht sich ja keine Freunde mit sowas, aber...die Frauen sind ohne Zweifel toll fotografiert und es sind sehr ästhetische Bilder, aber ich zweifele daran, ob ich da im "wirklichen Leben" nicht doch ein Problem damit hätte. Die sehen ja nicht immer so glamourös aus wie auf den Fotos, das ist ja klar.

Ich stelle mir die Frage: findet man das Dicksein vielleicht nur im artifiziellen, überhöhten Zustand ästhetisch?

Wortbahnhof hat gesagt…

Ich finde es schön und ästhetisch, aber frage mich: Brauch man überhaupt Models, nackte Frauen? Ist es nicht trotzdem sexistisch, auch wenn es nicht den Schlankheitswahn suggeriert?

lizzz hat gesagt…

Da ist was dran, Wortbahnhof. Ich glaube, über Ästhetik oder Nicht-Ästhetik weiblicher Models kann man überhaupt nur diskutieren, wenn man voraussetzt, dass Nacktheit in kommerzieller Absicht d'accord geht.

Ob man überhaupt nackte Frauen in Magazinen abbilden soll, ist ja eher eine Grundsatzfrage. Und die Mode/der Modebetrieb als Institution ist ja ohnehin nicht gerade die Speerspitze des Feminismus.

Ich komme für mich persönlich zu folgendem Fazit: mir gefallen gute Inszenierungen, auch wenn die Frauen objekthaft abgebildet werden. Das gilt auch für Männer. Es gibt eine Anzeige, ich glaube sie ist von Lacoste, mit einem komplett nackten Mann drauf. Und ja, man sieht auch den Penis von dem. Dieses Foto war so souverän, dass ich es auch heute noch gerne als Poster aufhängen würde.