Dann bleibt mir wohl nichts übrig, als dieses Risiko einzugehen *wichtig guckt*
Meine Güte, was für ein Blabla!
Ach, Neil Gaiman, was wäre ich ohne Dich. Mit Deinen Büchern kann man Weltflucht betreiben und genau das ist es, was ich von Dir will (obwohl ich einem Heiratsantrag immer noch nicht abgeneigt wäre). Mr Gaiman, Du verfügst anscheinend über einen unerschöpflichen Tank an Phantasie, und sofern Du keine Halluzinogene frühstückst, kann ich nicht umhin, Deinen Geist auch heute wieder zu würdigen. Unzählige Bücher haben um mein Herz gebuhlt, doch keinem davon ist es so leicht erlegen wie den deinen, zumal Du Dein schriftstellerisches Können mit einer respektablen Frisur garnierst. Und so weiter. Blablabla.
Halt! Moment! Nicht gleich weglaufen vor Schreck über einen Buchtitel, der Die entführte Prinzessin lautet. Es geht zwar um eine solche, und überhaupt kann man mit Fug und Recht behaupten, dass dieses Buch in der viel geschmähten und böse unterschätzten Ecke "Phantastische Literatur" anzutreffen ist. Meinetwegen kann man es auch als Märchen kategorisieren. Aber was es definitiv nicht ist: ein Kinderbuch.
Was für eine Idee: Insassin eines Todestrakts verkauft die Rechte ihrer Geschichte an Stephen King und beantwortet in ihren letzten Stunden vor der Hinrichtung dessen Fragebogen per Tonband."Die Geschichte handelt davon, daß Stephen King die Rechte an der Lebensgeschichte der Erzählerin Margie gekauft hat. Er hat ihr einen Fragebogen geschickt, den sie in den Stunden vor ihrer Exekution durch eine Todesspritze ausfüllen soll. Hingerichtet wird sie für ihre Beteiligung an einer Reihe von Morden außerhalb von Oklahoma City während einer Spritztour auf der Route 66.
Margie erzählt ihre Geschichte Stephen King und erklärt ihm dabei auch, wie er sie so umschreiben soll, daß sie sich besser verkauft. Es ist ein wildes Buch, gefüllt mit dem Klassiker: Amerikas Unschuld gegen amerikanische Gewalttätigkeit. Die Kapitel sind manchmal nur ein oder zwei Sätze lang, es gibt 114 Kapitel, alles nur Antworten auf Kings Fragen und es geht unglaublich rasch voran, der Zeitablauf ist völlig chaotisch und der dramatische Endspurt furios. Das Buch ist angstmachend und gewalttätig und witzig."
Erstmal muss ich kurz ausholen. Also: Wenn Leute, die ich nicht mag, von einem bestimmten Buch begeistert sind (sofern sie überhaupt von Büchern begeistert sind), dann mag ich das Buch automatisch auch nicht. Das liegt daran, dass ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, dass blöde, zickige, unfreundliche oder bösartige Menschen einen guten Buchgeschmack haben. Und wenn es sich dann auch noch um einen Super-Bestseller mit obligatorischer Verfilmung handelt, ist der Ofen gleich aus, denn diese Kombination ist einfach over the top.

