Donnerstag, 15. Oktober 2009

Lyrik zum Anfassen, Teil 7








Ich habe keine Ahnung, ob ich wirklich schon bei Teil 7 angelangt bin. Ist eher so eine grobe Schätzung.




Heute gebe ich Euch ein Gedicht von Ingeborg Bachmann mit in den Tag. Es passt zum Winter, zum Aufwachen in der Morgendämmerung. Ein Katalysator für Melancholie.




Dunkles zu sagen

 Wie Orpheus spiel ich
 auf den Saiten des Lebens den Tod
 und in die Schönheit der Erde
 und deiner Augen, die den Himmel verwalten,
 weiß ich nur Dunkles zu sagen.

 Vergiß nicht, daß auch du, plötzlich,
 an jenem Morgen, als dein Lager
 noch naß war von Tau und die Nelke
 an deinem Herzen schlief,
 den dunklen Fluß sahst,
 der an dir vorbeizog.

 Die Saite des Schweigens
 gespannt auf die Welle von Blut,
 griff ich dein tönendes Herz.
 Verwandelt ward deine Locke
 ins Schattenhaar der Nacht,
 der Finsternis schwarze Flocken
 beschneiten dein Antlitz.

 Und ich gehör dir nicht zu.
 Beide klagen wir nun.

 Aber wie Orpheus weiß ich
 auf der Seite des Todes das Leben
 und mir blaut
 dein für immer geschlossenes Aug.
                  




Kommentare:

elbenno hat gesagt…

Total unliterarisch: Massive Attack sind grandios, und ihr Album Mezzanine ist es ebenso. Das Video zu Black Milk kannte ich noch gar nicht. Mein absolutes Lieblingslied auf der Platte, wenn auch etwas popig: Teardrop.

Cool, werde mir gleich mal die CD wieder anhören.

lizzz hat gesagt…

Ja, das Album ist der Hammer. Mein Lieblingslied auf der Platte wechselt immer mal wieder. Mal ist es Teardrop, mal Dissolved Girl, und letztens halt wieder Black Milk.

Und zu dem Gedicht passt es nun mal...ich versehe Gedichte ohnehin sehr gerne mit Soundtrack, das macht sie gleich zugänglicher.