
Wer mir das hier schlüssig interpretiert, ohne zu googeln, der kriegt ein Buch zur Belohnung. Ein gutes Buch, natürlich. Aus dem hauseigenen Zwinger.
Zwischenbilanz für bedauernswerte Bäume
Akazien sind ohne Zeitbezug.
Akazien sind soziologisch unerheblich.
Akazien sind keine Akazien.
(Günter Eich)

15 Kommentare:
Vermutlich geht es um die Unbedeutendheit von zeitlosen Werten im Kontext einer schnelllebigen Gesellschaft, die eher kurzfristig und daher ohne Wert bilanziert.
Aber ich kenne mich mit Akazien nicht aus. ;-)
gib es zu, das hast du von der ZEIT geklaut.
Nein, ehrlich nicht. Ich will auch kein Buch abstauben oder so. Die Schlüsselwörter im Text sind ersichtlich, und klarerweise sind nicht wirklich Akazien gemeint. Ich tippe eher auf die älteren Teilnehmer unserer Gesellschaft, oder auf zeitlose Werte.
Bitte glaub mir!! ;-)
Okay Okay, ich glaube Dir. Und Dein Ansatz ist sehr schlüssig!
Ob sich jetzt noch einer traut, Dir Konkurrenz zu machen? Ich sag jetzt mal, Freitag ist die Deadline: Wenn bis dahin keiner was Spektakuläres abliefert, bist Du stolzer Besitzer eines neuen Lesewerks.
Und das Beste ist: Ihr könnt mir auch thematische Vorlieben mitteilen, und das Gewinnerbuch suche ich dann möglichst passend aus :)
Kann man sich anstelle eines Buches auch einen Gastbeitrag von dir wünschen? Es wäre eine Ehre für die Astronautenbar!
Oh, das kann man sich auch wünschen. Wenn man sich dadurch gleich geehrt fühlt, dann mach ich das gerne!
Ich versuche es auch mal.
"Zeitbezug" und "soziologisch unerheblich", das ist ja so ein 60er-Jahre Vokabular, welches dem Dichter offenbar nicht gerade sympathisch gewesen ist.
Denn Akazien wären ja, wenn sie einen Zeitbezug hätten und soziologisch relevant wären, keine Bäume mehr. Weil eben alle Bäume ohne Zeitbezug etc sind.
Hier wird also ein damals beliebter Maßstab der Bewertung an Objekte angelegt, die diesem gemäß ihrer Natur gar nicht entsprechen können. Versuchen sie es trotzdem, können sie keine Bäume mehr sein.
Man kann das Gedicht vielleicht als Kommentar dazu sehen, dass in den 60ern immer alles so sinnhaft und relevant sein musste. Eine Lanze für die Sinnlosigkeit. Auch Lyrik musste ja damals immer total aufgeladen sein mit Weltveränderungs-Ambitionen.
Ist das ein Ansatz, mit dem jemand etwas anfangen kann?
Ja, ich. Ich finde den sehr bemerkenswert. Ihr seid vermutlich alle viel schlauer als ich, deshalb werde ich das intellektuelle Potential meiner Besucher ab jetzt viel öfter ausbeuten. *lacht hämisch*
Heute gilt es noch, oder?
Ich bin der Meinung, dass dies ein sogenanntes Unsinnsgedicht ist und überhaupt keine Aussage trifft.
Ich habe die Theorie, dass Künstler zuweilen bewusst Schwachsinn produzieren, und dann gucken, ob es einer merkt.
Und sich insgeheim totlachen über ernsthafte Interpretationsversuche.
Wobei ich die Ansätze meiner Vorschreiber ebenfalls interessant finde.
Ein Künstler, der bewusst Unsinn produziert, ist vermutlich kein Künstler. Außer er erhebt den Unsinn selbst zur Kunst. Dafür sind die Günter Eich Zeilen aber nicht unsinnig genug. Wenn man ihnen anderseits Sinn unterstellt, macht das Günter Eich nicht zwangsläufig zu einem Künstler. Denn dann wäre alles Sinnstiftende auch Kunst. Lasst uns einfach wie Akazien sein.
"Lasst uns einfach wie Akazien sein."
You made my day!
*lachend ab*
Claudia, das ist ein unkonventioneller Einwurf :)
So ganz ernst gemeint hast Du das aber nicht, oder? Obwohl mir der Gedanke auch schon mal kam, wenn ich ehrlich bin.
Also, Endergebnis:
Penthesileia kriegt für ihre guten Gedanken das Buch!
Und Elbenno nen Gastartikel.
Einverstanden?
Prima! Ich freu mich.
Oh toll!
Kann ich den "Sommer der lachenden Kühe haben"?
Was muss ich jetzt machen?
Kriegste!
Einfach Mail an mich mit Deiner Adresse, dann sind die lachenden Kühe schon unterwegs.
Kommentar veröffentlichen