Als ich heute morgen so auf dem Rad saß, mich ganz mädchenhaft über die vielen bunten Blüten an den Bäumen freute und über einen Hundewelpen in Entzücken geriet, da dachte ich mir folgendes: Es gibt ja Dinge, die hat man schon fünf Trillionen Mal gesehen oder erlebt, und trotzdem sind sie immer wieder aufs Neue überwältigend, niedlich, herzerwärmend, aufregend und wasweißich. Frisch verliebt sein gehört dazu. Oder eben die ersten warmen Tage. Das Bauchsausen, bevor man zum ersten Mal seine/ihre Telefonnummer wählt. Ihr wisst schon.Mit Büchern ist das nicht anders, und deshalb werde ich ab und an mal einen Klassiker heraus kramen – heute eine einschlägig bekannte Perle der Popkultur. Gut, Nick Hornby also. Und dann auch noch High Fidelity. Ich finde es unglaublich schwierig, etwas zu einem Buch zu sagen, zu dem schon alles gesagt wurde (Warum ich es mir dann ausgesucht habe? Keine Ahnung. Faulheit vielleicht).
Also spare ich mir eine ausführliche Inhaltsangabe, denn wer das Ding nicht gelesen hat, der wird ja wohl den Film gesehen haben: 35-jähriger Musikfreak wird aufgrund seiner nicht vorhandenen Entwicklungsfähigkeit von seiner Freundin verlassen, hadert daraufhin mit Leben, Sex und Ex-Freundinnen und wird am Ende vielleicht ein besserer Mensch (Obwohl...naja).
Das Buch passt fantastisch in einen Frühling wie diesen. Also rein in den Kopp damit! Und wer es wirklich nicht kennt oder nie gelesen hat (das dürfte hier die Minderheit sein), der kauft es sich gefälligst. Ansonsten könnte es nämlich passieren, dass Euer nächstes Date so verläuft: Sie/Er betritt zum ersten Mal Eure Wohnung, schweift auffällig beiläufig zum Bücherregal und lässt inquisitorische Blicke über die Reihen gleiten. Um dann mit einer kalten, versteinerten Miene nach dem Grund der Abwesenheit von High Fidelity zu fragen. Woraufhin Ihr verlegen herumstottert und erbärmlich zu schwitzen beginnt. Das Date verlässt in eisigem Schweigen die Wohnung, ohne auch nur einen Blick zurückzuwerfen. Und wer will das schon.
5 Gründe, High Fidelity zu lieben:
1. Das Buch hat einen Soundtrack. Da tropft förmlich Musik raus.
2. Liebeskummer wird weniger schlimm, denn man fühlt sich irgendwie getröstet.
3. Robs verklemmte Gewaltphantasien über den latzhosentragenden Neuen seiner Ex.
4. Weil es witzig, liebevoll, ironisch, schlau, ________ (bitte Adjektiv einsetzen) ist.
5. Wegen der Top-Five-Listen.
Ach ja, an der Verfilmung scheiden sich die Geister. Wichtig zu wissen ist vielleicht, dass man den Original-Soundtrack des Buches nicht übernommen hat, sondern denselben zeitgemäß aufgefrischt. Das mag dem ein oder anderen Leser wie ein böser Verrat erscheinen. John Cusack als Rob macht seine Sache nicht schlecht, jedoch kommt er irgendwie sexier rüber, als ich mir Rob immer vorgestellt hatte. Und Jack Black ist der Hammer. Hier ein paar Eindrücke:
Trailer:
Neuer Lover der Ex betritt Rob's Plattenladen:

1 Kommentare:
Kennst du schon meine Theorie über meinen Verwandschaftsgrad mit John Cusack? Wenn nicht, schau` dir den Namen "Cusack" nochmal genau an und erfahre an dieser Stelle, dass vor vielen, vielen Jahren mein Urururgroßvater in die Staaten emigrierte...Kein Witz.
deine neuro-sis
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