Freitag, 13. Februar 2009

Charlaine Harris: The Sookie Stackhouse Novels.


Also, Vampire sind ja gerade in aller Munde (Ha, lustiger Kalauer!). Um aber mal ein bißchen von Stephenie Meyers "Twilight" mit all seinem Hype runterzukommen, habe ich hier eine Serie in petto, die man eigentlich nur mögen kann.

Das Setting mal eben in Kürze: Wir befinden uns in den Südstaaten der USA, genauer gesagt, in der Kleinstadt Bon Temps, Louisiana. Vampire sind vor einigen Jahren weltweit an die Öffentlichkeit gegangen und leben offen unter den Menschen. Möglich gemacht hat diesen Schritt die Entwicklung synthetischen Blutes – Vampire müssen sich nicht mehr von Menschen "ernähren" und genießen in den USA sogar Bürgerrechte.

Die Protagonistin Sookie Stackhouse ist Kellnerin in einer Bar und sieht sich eines Abends unverhofft einem vampirischen Gast gegenüber, der neuerdings in ihrer Nachbarschaft wohnt. Sie verliebt sich prompt in den mysteriösen Bill (klar, irgendwie muss man ja den Einstieg finden). Das hat nicht zuletzt damit zu tun, dass sie seine Gedanken nicht hören kann – denn Sookie ist Telepathin und wird tagtäglich mit dem Gedankenmüll anderer Leute zugeschüttet. Umso besonderer, dass in der Gegenwart des Vampirs einfach mal Ruhe ist.

So wird Sookie Teil der vampirischen Parallelgesellschaft, was sich als gar nicht mal so ungefährlich entpuppt, denn schon bald werden Frauen ermordet, und Bill ist ein Verdächtiger.

Die "Sookie Stackhouse Novels" sind durch die Bank unkonventionelle und temporeiche Vampirgeschichten jenseits von kriegerischen Lederklamotten und schmachtenden Verliesen. Im Süden der USA angesiedelt, fährt Charlaine Harris in ihrer Reihe etliche wunderbar schrullige Charaktere auf, vom typischen Südstaatler mit Schrotflinte unterm Fahrersitz bis zum vampirischen Elvis Presley (denn der ist mitnichten tot, sondern Vampir geworden, weshalb er auch regelmäßig von Leuten gesehen wird).

Sookie selbst ist eine prima Heldin. Nicht gerade das, was man hochgebildet nennen würde, aber mit einer scharfsinnigen Lebensschläue und einem robusten Selbstbewusstsein ausgestattet. Nebenbei ist sie natürlich ein ganz heißes Teil (das ist nunmal so in Vampirbüchern), ohne aber übermäßig eitel daherzukommen. Trotz allem hat Sookie kleine menschliche Schwächen, die sie so real und sympathisch machen. Ich kann sie wirklich leiden, keine Frage.

Die Bücher bauen lose aufeinander auf, deshalb empfiehlt es sich, sie der Reihe nach zu lesen. Wer trockenen Humor und unkonventionelle Helden mag, wird seine helle Freude mit Sookie haben. Übrigens wurde der erste Band gerade ganz herrlich als Serie verfilmt: TrueBlood läuft auf HBO und kann auf den einschlägigen Portalen angesehen werden (das habe ich jetzt nicht gesagt).

Kurz gesagt: Leichte Literatur, der aber an Komplexität nicht fehlt. Straightes Story-telling (yeah!), sehr schön. Wer den Kram auf Englisch lesen kann und will, soll das tun, denn im Original ist's wie so oft nen Tick besser.


Ach ja: Die Covergestaltung der Bücher ist teilweise so arg, dass man sich in der U-Bahn dafür schämen möchte. Aber gut, so halten das die Verlage eben mit "Fantasy", da müsst Ihr drüber stehen.

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